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F-Gas-VOEU 2024/573BetreiberpflichtenDokumentation

EU-F-Gas-Verordnung 2024/573 — Die wichtigsten Betreiberpflichten

Die neue EU-F-Gas-VO 2024/573 gilt seit dem 11. März 2024. Was hat sich geändert? Welche Pflichten haben Betreiber von Kälteanlagen jetzt? Wir erklären die wichtigsten Neuerungen.

15. März 20254 Min. Lesezeit

Die neue EU-F-Gas-Verordnung 2024/573 wurde am 20. Februar 2024 im Amtsblatt der EU veröffentlicht und ist seit dem 11. März 2024 unmittelbar anwendbar (Art. 38). Sie löst die bisherige Verordnung (EU) 517/2014 ab. Einzelne Vermarktungs- und Anwendungsverbote greifen gestaffelt ab 1. Januar 2025, 2027 und 2030 — und bringen für Betreiber von Kälteanlagen wichtige Änderungen mit sich.

Was ist die F-Gas-Verordnung?

Die F-Gas-Verordnung (F-GasV) reguliert fluorierte Treibhausgase (F-Gase) in der EU (Überblick: Betreiberpflichten nach F-Gas-Verordnung 2024/573). Sie verpflichtet Betreiber von Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen zur:

  • Dokumentation aller kältemittelbezogenen Vorgänge
  • Dichtheitsprüfung in regelmäßigen Abständen
  • Beauftragung zertifizierter Fachbetriebe für alle Arbeiten an F-Gas-Anlagen

Die wichtigsten Neuerungen in EU-VO 2024/573

1. Aufzeichnungen im Anlagenbetriebsbuch (Art. 7)

Art. 7 Abs. 1 verlangt für jede Einrichtung, die auf Dichtheit kontrolliert werden muss, Aufzeichnungen unter anderem über:

  • Menge und Art der enthaltenen Gase, gegebenenfalls mit gesonderter Angabe der bei der Installation hinzugefügten Menge
  • Nachgefüllte Mengen bei Wartung, Instandhaltung oder nach einer Leckage, jeweils mit Datum, sowie die rückgewonnenen Mengen
  • bei nachgefüllten Gasen, ob sie recycelt oder aufgearbeitet wurden, mit Name und Anschrift der Anlage
  • das ausführende Unternehmen einschließlich Zertifikatsnummer und — bei juristischen Personen — die Person, die die Arbeiten durchgeführt hat
  • Zeitpunkte und Ergebnisse der Dichtheitskontrollen und der Reparaturen von Undichtigkeiten

2. Verschärfter Phase-Down

Der Phase-Down — die schrittweise Reduktion verfügbarer F-Gas-Mengen — wird deutlich verschärft. Während die alte VO 517/2014 für 2030 noch eine Quote von 21 % vorsah, sinkt die zulässige Inverkehrbringungsmenge nach VO 2024/573 (Anhang VII) bis 2030 auf rund 13 % des 2015-Basiswerts (8,5 Mio. t CO₂-Äquivalent). Bis 2050 ist ein vollständiger Phase-Out aller HFKW vorgesehen. Das führt zu:

  • Steigenden Kältemittelpreisen für HFKWs mit hohem GWP
  • Zunehmender Knappheit von R-404A, R-410A und ähnlichen Kältemitteln
  • Druck auf Betreiber, auf Low-GWP-Alternativen umzusteigen

3. Neue Verbote für neue Geräte

Für neue Geräte gelten schrittweise Verbote:

| Ab Jahr | Verbot | |---------|--------| | 2025 | Kältemittel mit GWP > 2.500 in neuen Geräten (Ausnahmen für Industriekälte) | | 2027 | R-410A in neuen stationären Klimageräten | | 2030 | Weitere Kältemittel mit GWP > 750 |

Wichtig: Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben werden. Das Verbot gilt nur für neue Geräte und in vielen Fällen auch für das Nachfüllen bei Reparaturen.

Was müssen Betreiber jetzt konkret tun?

Sofortmaßnahmen (wenn noch nicht erfolgt)

  1. Alle Kälteanlagen inventarisieren: Welche Kältemittel werden eingesetzt? Wie groß ist die Füllmenge?
  2. CO₂-Äquivalent berechnen: Mit dem GWP-Rechner können Sie das CO₂-Äquivalent sofort berechnen.
  3. Prüfpflicht prüfen: Enthält Ihre Anlage mindestens 5 t CO₂-Äquivalent (Gase nach Anhang I) oder mindestens 1 kg eines Gases nach Anhang II Gruppe 1, etwa R-1234yf? Dann ist sie grundsätzlich prüfpflichtig (Art. 5 Abs. 1; Ausnahmen u. a. für gekennzeichnete hermetisch geschlossene Einrichtungen).
  4. Anlagenbetriebsbücher aktualisieren: Alle Angaben nach Art. 7 Abs. 1 müssen enthalten sein.

Mittelfristige Maßnahmen

  • Umrüstungsplan erstellen: Anlagen mit R-404A oder R-507A (GWP > 2.500) sollten mittelfristig auf Low-GWP-Alternativen umgerüstet werden.
  • Zertifizierte Fachbetriebe beauftragen: Alle Wartungsarbeiten müssen von zertifizierten Kältefachbetrieben durchgeführt werden.

Konsequenzen bei Verstößen

Die EU-F-Gas-VO gilt in Deutschland unmittelbar. Der Durchführung dient die ChemKlimaschutzV vom 14. April 2026; ihre Ordnungswidrigkeiten stehen in § 16 und verweisen überwiegend auf § 26 ChemG, bei der Rücknahme auf § 69 KrWG. Lässt ein Betreiber die Dichtheitskontrolle nicht von einer Person mit Sachkundebescheinigung durchführen (§ 14 Abs. 2, § 16 Abs. 2 Nr. 7 ChemKlimaschutzV), beträgt die Geldbuße bis zu 50.000 € (§ 26 Abs. 3 ChemG). Verstöße unmittelbar gegen die EU-VO erfasst § 26 Abs. 2 ChemG, soweit eine Rechtsverordnung für den bestimmten Tatbestand darauf verweist. Mögliche Verstöße sind:

  • Fehlendes oder unvollständiges Anlagenbetriebsbuch
  • Versäumte Dichtheitsprüfungen
  • Einsatz nicht zertifizierter Techniker

Fazit

Die EU-VO 2024/573 bringt zwar keine revolutionären Neuerungen, aber sie schärft die Anforderungen und schließt bisherige Dokumentationslücken. Betreiber, die bisher Papierlogbücher oder Excel-Tabellen nutzten, sollten den Wechsel zu einer digitalen Lösung in Erwägung ziehen — um Pflichtfelder nicht zu vergessen und Prüffristen automatisch im Blick zu behalten. Eine Übersicht bietet der Wissensartikel Pflichten der Kältemittel-Compliance.


Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für konkrete Fragen wenden Sie sich an einen Fachanwalt für Umweltrecht oder einen zertifizierten Kälteanlagenbauer.

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